Afghanistan: Verdacht auf Drogenhandel bei deutschem NATO-Dienstleister Published under deutsch, what matters. Tags: Afghanistan, Drogen, Kriminalität, Mafia, NATO. Die Nato prüft eine Firma, die seit Jahren für Isaf und Kfor tätig ist. Laut einem Sender besteht der Verdacht, dass sie Beziehungen zur Organisierten Kriminalität hat. Im Visier: Das Düsseldorfer Unternehmen Ecolog Im Visier: Das Düsseldorfer Unternehmen Ecolog. © Franz-Peter Tschauner dpa/lnw Ein deutsches Unternehmen, das für die Nato als Dienstleister in Afghanistan arbeitet, ist möglicherweise in illegale Handlungen verstrickt. Es bestehe die ?Gefahr, dass möglicherweise Drogen geschmuggelt worden sind oder dergleichen Dinge mehr?, sagte der deutsche Generals Egon Ramms dem Sender NDR Info. Ramms ist Chef des militärischen Oberkommandos der Nato im niederländischen Brunssum. Bei dem Unternehmen handelt es sich um die Düsseldorfer Ecolog AG, die seit 2003 für die Nato in Afghanistan tätig ist. Die Firma belieferte das Hauptquartier der Afghanistan-Schutztruppe Isaf mit Diesel, zudem ist sie mit Wäschereidienstleistungen und der Müllentsorgung an Isaf-Standorten beauftragt. Anzeige Der NDR berichtete unter Berufung auf Nato-Quellen, hinter der Ecolog AG stünden Mitglieder eines Clans, die in die Organisierte Kriminalität verstrickt seien. Die Nato habe diese Informationen bei der Auftragsvergabe jahrelang unbeachtet gelassen. Aktuell prüft die Nato laut NDR zwei laufende Verträge, um festzustellen, ?ob Ecolog für uns noch ein geeigneter Geschäftspartner ist?. Hintergrund der Nato-Prüfungen sind dem Bericht zufolge unter anderem Erkenntnisse der Kosovo-Sicherheitstruppe Kfor. Die Ecolog AG gehört demnach zum Firmengeflecht der einflussreichen mazedonisch-albanischen Familie Destani. Schon vor acht Jahren habe ein Geheimdienstbericht bei der Kfor von einem ?Clan mit dem Schwerpunkt Organisierte Kriminalität? gesprochen. Nach einem aktuellen Bericht der Kfor kontrollieren Familien-Mitglieder ?Verbrechen und Organisierte Kriminalität? im Grenzgebiet zwischen Kosovo und Mazedonien, wie der NDR weiter berichtete. Ecolog-Vorstand Thomas Wachowitz teilte dem Sender mit, derartige Einschätzungen aus dem Kfor-Umfeld seien inhaltlich ?unzutreffend?. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, das Thema sei dem Ministerium ?präsent?. Wo es nötig sei, ?arbeiten wir mit den Ermittlungsbehörden zusammen?. Bereits im Sommer 2009 war bekannt geworden, dass die Bundeswehr jahrelang Millionen-Aufträge an Ecolog vergeben hat, ohne diese auszuschreiben. Dadurch gingen hohe zweistellige Millionenbeträge an das Düsseldorfer Unternehmen. Ab einer Summe von 206.000 Euro müssen öffentliche Dienstleistungs-Aufträge jedoch europaweit ausgeschrieben werden. Auch an Zuverlässigkeit mancher Ecolog-Mitarbeiter scheint es in den vergangenen Jahren Zweifel gegeben zu haben. Im Jahr 2008 wurde nach Informationen des NDR bereits gegen Mitarbeiter von Ecolog wegen Heroinschmuggel und Geldwäsche ermittelt. Ecolog unterhält Standorte in Mazedonien, Kuwait, Dubai, Afghanistan, den USA, China, Libanon und der Türkei. Das Unternehmen ist in Krisengebieten auf der ganzen Welt für Armeen und Hilfsorganisationen tätig. Ecolog International Service Solutions arbeitet auch für die amerikanischen, britischen und italienischen Streitkräfte in Afghanistan und Irak sowie für die Isaf. 2006 wurden acht Ecolog-Beschäftige in Afghanistan von Taliban entführt und vier der Geiseln ermordet. Das Unternehmen bietet neben der Aufstellung mobiler Toiletten, Reinigung, Kommunikation, Hoch- und Tiefbau, Logistik, Treibstoffversorgung und Abfallentsorgung an. Das Unternehmen verspricht, ideal auf die Bedürfnisse von Soldaten eingestellt zu sein und bietet Extras wie die Reinigung von kugelsicheren Westen an. Die Grünen begrüßten, dass die Nato ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmen überprüft. Der verteidigungspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, sagte dem NDR, es stelle sich allerdings die Frage, warum die Bundesregierung hier nicht selbst aktiv geworden sei. Schließlich habe es bereits zuvor diverse Hinweise auf Ungereimtheiten gegeben. So sei bis heute die Frage nicht beantwortet, warum es oft keine Ausschreibung bei der Vergabe von Aufträgen gegeben habe. Quelle: ZEIT ONLINE (AFP), 26.2.2010 - 17:03 Uhr http://gothfair.de/blog/?p=10196